Aktuelle Ereignisse im Unterricht
Bondi Beach Massaker
Haltung
Alle Kinder und Jugendlichen in unseren Schulen verdienen Schutz, Sicherheit und das Gefühl von Geborgenheit. Nicht über antisemitische Vorfälle zu sprechen und diese entsprechend einzuordnen, verwehrt dies allen - insbesondere Betroffenen.
Unter Reaktionsstrategien finden Sie allgemeine, aber grundlegende Informationen zum Umgang mit antisemitischen Vorfällen
Schweigen ist silber, reden ist Gold
Kinder, aber besonders auch Jugendliche nehmen erschütternde Weltereignisse wahr - sei es weil sie die Nachrichten oder Gespräche zwischen Erwachsenen überhören.
Wichtig ist, dass sie diese nicht ohne Hilfe verarbeiten und einordnen müssen. Um Fehleinschätzungen vorzubeugen, ist es wichtig, dass wir den ersten Schritt machen. Dabei ist es zweitrangig, ob das Ereignis "geografisch nah", da diese Nähe auch durch geteilte kulturelle und religiöse Identität hergestellt werden kann.
Es ist gut möglich, dass im ersten Moment keine Fragen gestellt werden. Einige Tage später dann aber doch das Gespräch gesucht wird.
Kernziel ist es
- die Tür für Gespräche zu öffnen.
Informationen sollten so simpel wie möglich und das Alter in der Klasse angepasst sein. Für Bondi Beach in einer Grundschulklasse z.B.
"Am 14. Dezember wurden Menschen, die das jüdische Fest Hanukkah gefeiert haben, bei einem Angriff verletzt. Die Täter wurden festgenommen. Alle sind jetzt sicher vor ihnen. Es kann sein, dass ihr in der nächsten Zeit einiges darüber hören werdet. Wenn ihr etwas hört, kommt zu mir. Wir können darüber sprechen und ihr könnt alle Fragen stellen, die euch einfallen."
Kernziel ist es die
- Tür für Gespräche zu öffnen
- ohne Angst zu machen.
Was ist mit den Begriffen "Terrorismus" und "Antisemitismus"?
Je jünger die Kinder, desto allgemeiner sollten die Informationen sein. Für Jugendliche können diese Themen durchaus besprochen werden, dabei sollte aber
a) sichergestellt sein, dass alle dasselbe unter den Begriffen verstehen
b) eine Möglichkeit zum Rückzug bestehen.
Sie kennen Ihre Klasse und wissen, wie detailliert Sie das Thema besprechen können. Achten Sie dabei auf die Reaktionen innerhalb der Klasse, um auch im Moment reagieren zu können.
Was bei der Besprechung im Zusammenhang mit Antisemitismus beachtet werden sollte, ist dass es Menschen gibt, die Israel für derartige Angriffe verantwortlich machen. Seit dem 7. Oktober 2023 ist weltweit die Anzahl antisemitischer Übergriffe immer weiter angestiegen. Dazu zählen offene, aber auch verstecktere Kommentare oder z.B. Schadenfreude über das Massaker. Dieser israelbezogene Antisemitismus nutzt den israelisch-palästinensischen Konflikt als Grundlage für internationalen Antisemitismus.
Kernziel ist es
- die Tür für Gespräche zu öffnen
- ohne Angst zu machen und
- gleichzeitig ehrlich die Fragen zu beantworten, die aufkommen.
Kinder und Jugendliche haben häufig dieselben Fragen wie wir selbst:
- Wie wurden die Menschen verletzt?
- Bin ich sicher?
- Sind wir in der Schule sicher?
- Wird so etwas noch einmal passieren?
- Warum haben die Täter das gemacht?
Wir müssen auf diese Fragen nicht alle Antworten parat haben. Kinder spüren, ob wir unsere Wort meinen, deshalb ist es okay zu sagen "Ich weiß es nicht, aber jetzt hier in diesem Moment sind wir sicher."
Es kann auch eine gute Idee sein den Fokus auf all die Menschen zu richten, die für unsere Sicherheit sorgen, z.B. Polizei, Ärztinnen und Rettungsanitäterinnen, Menschen, die eingegriffen haben.
Alternativ kann auch die Einordung der Häufigkeit helfen "der Grund warum uns solche Ereignisse so sehr treffen, ist dass es selten passiert. Ereignisse wie Bondi Beach geschehen nicht jede Woche."
Kernziel ist es
- die Tür für Gespräche zu öffnen
- ohne Angst zu machen und
- gleichzeitig ehrlich die Fragen zu beantworten, die aufkommen
- während wir Sicherheit in den Fokus nehmen.
Überlegen Sie gemeinsam mit der Klasse, ob es etwas gibt, dass sie individuell oder als Gruppe tun können.
Was können wir im Kleinen und Großen tun, um unsere Solidarität mit Mitmenschen zu zeigen?