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Aktuelles

Updates, Fallbeispiele und Wissenswertes

Was bewegt, was bildet, was berührt: In unserem Bereich „Aktuelles“ finden Sie regelmäßig neue Impulse im Kampf gegen Antisemitismus. Hier teilen wir frische Materialien, spannende Beiträge, Hinweise zu Veranstaltungen und Einblicke in Debatten, die gehört werden müssen. Ein Ort zum Stöbern, Nachdenken und Weiterlernen – immer im Puls der Zeit, nie losgelöst vom Jetzt.

Ein Licht füreinander

Haltung zeigen in der Dunkelheit

 

Wenn sich das Kalenderjahr seinem Ende zuneigt und die Kerzen für Feste leuchten, entsteht ein besonderer Moment des Innehaltens. Doch diese Zeit der Besinnung steht auch im Schatten einer Entwicklung, die uns alle wachrütteln muss: Seit zwei Jahren nimmt Antisemitismus spürbar zu – offen, unterschwellig, im Alltag wie im öffentlichen Raum. Das fordert uns als Gesellschaft heraus. Es liegt an uns allen, hinzusehen, zuzuhören und unsere Mitmenschen zu unterstützen, damit Ausgrenzung und Hass keinen Platz finden. Miteinander beginnt dort, wo wir Verantwortung füreinander übernehmen und Menschlichkeit aktiv leben.

Die schrecklichen Ereignisse von Bondi Beach führen uns schmerzhaft vor Augen, wohin Hass, Verrohung und Gleichgültigkeit führen können. Sie erfüllen uns mit Trauer und Bestürzung – und zugleich mit der dringenden Erinnerung, dass Zusammenhalt kein abstrakter Wert ist, sondern eine tägliche Aufgabe. Jede ist von uns ist gefragt - indem wir im Alltag aufmerksam sind und Haltung zeigen; indem wir antisemitischen Äußerungen widersprechen, statt zu schweigen; indem wir jüdischen Mitmenschen zuhören, ihre Perspektiven ernst nehmen und Solidarität zeigen. 

Ein Licht zu sein heißt nicht, perfekt zu handeln, sondern präsent zu sein: mit Respekt, Zivilcourage und der Bereitschaft, füreinander einzustehen. So kann aus vielen kleinen Gesten ein starkes Zeichen gegen Hass und für ein echtes Miteinander werden. Und gerade weil diese Verantwortung uns alle betrifft, lasst uns einander Licht sein – dort, wo Dunkelheit Raum gewinnen will, und so gemeinsam schützen, was unsere Menschlichkeit ausmacht.

Tacheles

Das sächsische Themenjahr beginnt!

Aus dem Newsletter des Projektteams:

"[E]s ist soweit! Nach 27 Monaten intensiver Vorbereitung beginnt am 14. Dezember | 25. Kislev das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, gleichzeitig mit dem Beginn des Chanukka-Festes. Ausgehend von der Idee eines Museums zur jüdischen Geschichte Sachsens entwickelte sich der Gedanke, in einem landesweiten Themenjahr die reiche jüdische Kultur im gesamten Freistaat zu feiern. Dabei geht es nicht allein um die Vergangenheit, sondern auch um das heutige jüdische Leben." 

Zeitraum: 14.12.2025-12.12.2026

Mehr Informationen zum Programm und den Angeboten

"Bereits jetzt sind auf der Tacheles-Homepage 197 Veranstaltungen und Angebote für das Themenjahr von 55 Akteuren registriert. Da Kulturarbeit dynamisch ist, wächst das Programm stetig weiter und so kommen auch nach dem Start des Themenjahres Veranstaltungen und Angebote hinzu."

Jüdisches Leben in Sachsen

Flyer des SMK

 

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat einen Flyer zu jüdischem Leben in Sachsen vorbereitet, der eine reiche Anzahl an Materialien und Angeboten zum Thema bereithält. Konkret können dort sowohl Bildungsangebote als auch Fortbildungen sowie informative und interaktive weiterführende Materialien. Ein Blick darauf lohnt sich!

Hunger auf Leben

Vom Todesmarsch in die Freiheit

 

Als vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg endete, nahm ein Todesmarsch für 1.100 jüdische KZ-Häftlinge ein unerwartetes Ende: Sie hatten zuvor in der Hugo-Schneider-AG (HASAG) in Altenburg Zwangsarbeit in der Munitionsproduktion geleistet. Mit dem Herannahen der US-Amerikaner wurden sie von der SS vertrieben. Doch statt den Tod zu finden, kamen sie schließlich nach Waldenburg, wo sie in der Nacht vom 13. auf den 14. April 1945 befreit wurden. Rund zehn Wochen blieben die Frauen und Männer aus Ungarn, Polen, der Tschechoslowakei und Österreich hier. Nach ihren Leidenswegen in den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald, Theresienstadt und schließlich in der HASAG Altenburg galt es nun, wieder in ein Leben zurückfinden. Die Sonderausstellung widmet sich diesem lange vergessenem Kapitel der Stadtgeschichte und rekonstruiert die Stationen des Todesmarsches, das spannungsvolle Zusammenleben von Waldenburgern mit den KZ-Häftlingen zwischen April und Juni 1945 und stellt ausgewählte Biografien der Jüdinnen und Juden vor. 

Begleitend zur Sonderausstellung werden passende Workshopangebote für Oberschulen und Gymnasien angeboten.

Unter www.lernorte.eu/sachsen haben Sie die Möglichkeit, eine Kostenerstattung für Fahrten zum Lernort zu beantragen. 

Zeitraum: 02.10.-28.12.2025

Öffnungszeiten: Mi–Fr 10 - 16 Uhr, Sa/So/Feiertag 11 - 17 Uhr

Eintritt Schloss: Erwachsene 10,50 € / ermäßigt und Jugendliche 13 - 17 Jahre 8 € / Kinder 7 - 12 Jahre 5 €

Die Sonderausstellung bündelt die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, die unter der Leitung des Museums die historischen Vorgänge rekonstruiert und die Biografien der Jüdinnen und Juden anhand von Zeitzeugendokumenten aufgearbeitet hat. Der Künstler Marian Kretschmer überführte die historischen Ereignisse in Szenen für eine Graphic Novel, die erstmals in der Sonderausstellung zu sehen sein werden. 

Neues Yad Vashem-Zentrum

Vielleicht in Sachsen?

 

Yad Vashem wagt den Schritt zu einer Außenstelle in Deutschland. Momentan sind drei Bundesländer in der engeren Auswahl: darunter Sachsen. Die endgültige Entscheidung über den Standort wird voraussichtlich 2026 gefällt; das Zentrum will seine Arbeit zwei bis drei Jahre darauf aufnehmen. 

Besonders zu betonen ist, dass es sich nicht um eine Gedenkstätte handeln soll, sondern der Fokus auf Bildung und auf der Perspektive der Opfer liegen soll. 

Der Reisende

Melodram mit Ulrich Noethen

 

Der 9. November 1938 markiert einen tiefen Riss in der deutschen Geschichte. In jener Nacht brannten Synagogen, Schaufenster zerbarsten, Menschen wurden verfolgt, gedemütigt und getötet – nur weil sie Jüdinnen und Juden waren. Die Reichspogromnacht steht als schmerzliche Mahnung, wohin Hass und Gleichgültigkeit führen können. Sie ruft uns auf, hinzusehen, zu widersprechen und Verantwortung zu übernehmen – für eine Gesellschaft, in der Menschlichkeit, Respekt und Mitgefühl stärker sind als Angst und Ausgrenzung. Neben den zahlreichen Gedenkveranstaltungen möchten wir Ihnen eine Veranstaltung besonders ans Herz legen: die Vertonung des Buches "Der Reisende", die am 9. November 2025 im Kulturpalast Dresden aufgeführt wird. 

In einer Welt, in der Antisemitismus und die Bedrohung demokratischer Werte wieder zunehmend zu einem Thema werden, erzählt „Der Reisende“ eine ergreifende Geschichte von Flucht und Vertreibung, von verlorenen Grundrechten und der Ohnmacht der Liebe. Dieses kraftvolle Melodram für Sprecher, Solisten, Chor, Orchester und Zuspielungen beleuchtet nicht nur die dunklen Seiten von Gewalt und Ungerechtigkeit, sondern auch die Hoffnung, die Sehnsucht und die Menschlichkeit, die selbst in der größten Verzweiflung ihren Platz finden.

Tickets gibt es für Schülerinnen und Schüler für 5 Euro pro Ticket.

Sonntag, 9.11.2025

18 Uhr im Kulturpalast, Dresden

Konzerteinführung mit Jan Müller-Wieland 1h Stunde vor Konzertbeginn im Saal der Zentralbibliothek (1. OG)

Im November 1938 stehen Elfriede und Otto Silbermann am Rande ihrer Welt. Fassungslosigkeit und stille Vereinbarungen begleiten ihre letzten gemeinsamen Stunden im Heimatland. Elfriede kämpft verzweifelt, um zu retten, was noch zu retten ist, während ihr jüdischer Ehemann Otto auf der Flucht von Bahnhof zu Bahnhof eilt. Ihr Sohn jedoch träumt noch von einem besseren Leben in Paris. Ein Schwager, der sich nach dem Wind dreht, und die harte Realität von Verfolgung und Verrat bestimmen ihre Tage.