Holocaust Education und Antisemitismusprävention in der Grundschule
Bereits Grundschulkinder verfügen über vielfältige Vorstellungen von der nationalsozialistischen Vergangenheit. Obwohl angesichts des nachweisbaren Wissens von Kindern ein Bedarf an speziellen Bildungsformaten für die Grundschule besteht und zudem auch Antisemitismus bereits in dieser Altersgruppe auftreten kann, werden die Geschichte des Nationalsozialismus sowie die Mechanismen und Auswirkungen des Antisemitismus im Grundschulunterricht nicht behandelt. Gleichzeitig existieren bislang kaum externe Bildungsangebote.
Zentrale Methode ist das biographische Lernen: Die Kinder arbeiten mit aufbereiteten Lebensgeschichten jüdischer Kinder, die während der NS-Zeit in Leipzig aufgewachsen sind. Dadurch werden die Auswirkungen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus konkret und anschaulich dargestellt. Die Biografien zeigen, wie sich der Alltag jüdischer Kinder und ihrer Familien veränderte, welche Bedeutung das Judentum für sie hatte, welche Erfahrungen sie mit Antisemitismus aber auch Solidarität machten und auf welchen Wegen es ihnen gelang, die NS-Zeit zu überleben.