Gegen Antisemitismus intervenieren
Eine unmittelbare Intervention bei antisemitischen Äußerungen oder Handlungen ist unerlässlich. Es ist wichtig, die antisemitische Äußerung oder Handlung genau zu erkennen und klar zu benennen. Zu Beginn jeder Intervention stehen die Stärkung und der Schutz der Betroffenen (auch wenn sie nicht physisch anwesend sind), die Solidarität mit denen, die sich gegen die antisemitische Tat oder Äußerung aussprechen, sowie eine klare Positionierung der Lehrkräfte.
Bei einer Intervention ist es entscheidend, dass Kritik anstatt Bloßstellung der sprechenden Person im Vordergrund steht. Der Umgang mit Antisemitismus als Ausdruck und Problem sollte nicht auf die individuellen Sprechenden fokussiert werden, und sie sollten nicht als Repräsentanten einer Gruppe behandelt werden. Stattdessen sollten die sprachlichen Äußerungen selbst zum Thema gemacht werden: Es geht darum, die antisemitische Äußerung und nicht die Person zu kritisieren. Dabei sollte das Gefühl vermittelt werden, dass jeder alles sagen kann, ohne Angst vor moralischer Verurteilung oder Belehrung. Es sollte Raum für Korrektur und Umlernen geben. Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass es Grenzen gibt – und diese müssen erklärt werden.
Übersicht der Module:
- Antisemitismus einordnen
- Antisemitismus erkennen
- Antisemitismusrelevantes Wissen dekonstruieren
- Gegen Antisemitismus intervenieren
Ziele
Die Teilnehmenden sind in der Lage, bei antisemitismusrelevanten Inhalten, die sie als solche erkannt und dekonstruiert haben, zu intervenieren. Sie kennen verschiedene Möglichkeiten, Widerspruch zu leisten und sich zu solidarisieren, und können beurteilen, wann welche Option sinnvoll ist.
Weiterführende Informationen
Vor dieser Aktivität sollten die Lernenden ausreichend informiert sein über Formen von Antisemitismus und diese auch erkennen können. Darüber hinaus sollten die Jugendlichen in der Lage sein antisemitische Aussagen dekonstruieren zu können. Passend dazu empfehlen wir Module 1-3 der Universität Duisburg-Essen: